Stadtbrand 1649
Am 31. März 1649 zerstörte ein Großbrand weite Teile Wetters. Das Ereignis traf eine Stadt, deren Bevölkerung und Wirtschaft durch den Dreißigjährigen Krieg bereits schwer belastet waren. Diese Seite bündelt den derzeit belegbaren Forschungsstand und zeigt zugleich, welche Fragen nur durch weitere Archivarbeit geklärt werden können.
Was als gesichert gelten kann
Der historische Stadtrundgang der Stadt Wetter nennt als Ausgangspunkt eine Bäckerei in der Unterstadt. Das Feuer griff auf die eng bebaute Stadt über. Von den Wohnhäusern blieben nach der städtischen Darstellung nur drei Häuser am Marktplatz verschont. Kirche, Pfarrhäuser und Hospital überstanden den Brand ebenfalls. Die häufig verkürzte Aussage, insgesamt hätten nur drei Gebäude überlebt, ist daher nicht richtig.
Das ältere Rathaus wurde zerstört; der Nachfolgebau entstand 1680. Erst um 1700 erreichte Wetter nach Angaben der Stadt wieder ungefähr die Einwohnerzahl von 1600. Das macht deutlich, dass der Brand nicht nur ein Bauereignis war: Er unterbrach Haushalte, Handwerk, Versorgung und Vermögensbildung über Jahrzehnte.
Lebensverhältnisse und Wiederaufbau
In einer dicht bebauten Fachwerkstadt bedeutete der Verlust eines Hauses regelmäßig zugleich den Verlust von Werkstatt, Vorräten, Stallraum und Erwerbsgrundlage. Nach dem Brand mussten Baustoffe, Arbeitskräfte und Kredite in einer ohnehin geschwächten Region organisiert werden. Die erhaltenen Marktgebäude und die nach 1649 entstandenen Häuser machen den Wiederaufbau noch heute im Stadtbild ablesbar. Eine Hausinschrift von 1671 in der Krämergasse bittet ausdrücklich um Schutz „vor Krieg und Brand und allem Leid“ – ein verdichtetes Zeugnis der Erfahrung jener Generation.
Quellen und Literatur
- Stadt Wetter: Historischer Stadtrundgang.
- Stadt Wetter: Stadtarchiv und Bestände.
- Karl Wenckebach: Zur Geschichte der Stadt, des Stiftes und der Kirche zu Wetter in Hessen, 2. Auflage, Wetter 1987.
- Michael Engelbach: Literatur, Quellen und Bildnachweise zur Stadtgeschichte.
Zurück zum Hintergrund des Festspiels
1622, 1626 und 1629 – Feuer vor dem großen Feuer
Der Stadtbrand von 1649 traf Wetter nicht aus heiterem Himmel. Schon 1622, 1626 und 1629 hatte es größere Brände gegeben. Dazu kamen Krieg, Einquartierungen und Seuchen. Als am Ostersamstag 1649 das Feuer aus einer Bäckerei in der Unterstadt ausbrach, traf es damit eine Stadt, die bereits Jahrzehnte der Belastung hinter sich hatte.