Familien- & Zeitgeschichte

Erst die Garage, dann das Haus

Stephan Bussang und Ulrich Arabin am Tempo Matador im Mai 1997
Mai 1997: Die erste große Probefahrt nach Bad Hersfeld. Stephan Bussang (24) mit Ulrich Arabin am selbst wiederaufgebauten Tempo Matador. Foto: Norbert Lektzke.

1996. Ich war 23, hatte gerade meine Banklehre abgeschlossen, meine erste eigene Wohnung bezogen und war eigentlich auf der Suche nach einem NSU Ro 80. Mich faszinierte der Wankelmotor. Das Geld reichte allerdings eher für die hoffnungslosen Angebote, die ich in meinen Oldtimerzeitschriften ankreuzte.

1984: Das Todesurteil, das keines blieb

Verschiedene Tempo-Matador-Karosserien im Hebmüller-Werk Köln
Verschiedene Matador-Karosserien während der Fertigung bei Hebmüller in Köln – darunter Ausführungen für besondere Einsatzzwecke.
Historische Aufnahme einer Reihe von BGS-Krankenwagen
Eine ganze Reihe Matador-Krankenwagen beim Bundesgrenzschutz. In diesem Umfeld begann auch die Geschichte meines Fahrzeugs.
1984: Der Tempo Matador auf dem Anhänger hinter Bernd Fluchts Mercedes L 207
1984: Bernd Flucht holt den fahruntüchtigen Matador ab. Vorne sein damals noch junger Mercedes-Benz L 207 – ein später Nachfahre der Tempo-Konstruktion. Zufällig tragen der Ur-Ur-Großvater und sein Nachfahre fast dieselben Farben.

Seine Geschichte begann lange vor meiner eigenen. 1952 nachweislich als Krankenwagen für den Bundesgrenzschutz (BGS) gebaut – nicht für die Polizei –, kam er 1960 aus Beständen des Bundesgrenzschutzes über die VEBEG in private Hände. Die neuen Besitzer bauten ihn zum Campingwagen um. Von da an ging es jedes Jahr in den Urlaub, einmal quer durch Westeuropa – von Gibraltar bis zum Nordkap. Ab etwa 1960 war er nur noch ungefähr vier Wochen jährlich zugelassen. Durch die vielen jährlichen An- und Abmeldungen war der erste Fahrzeugbrief schon 1969 voll. Er wurde durch einen neuen ersetzt – und wie damals üblich vernichtet.

Jahre später konnte ich mit den früheren Besitzern beziehungsweise der Familie noch telefonieren. Die Überraschung, dass es den Matador überhaupt noch gab, war groß. Aus diesen Gesprächen und den erhaltenen Papieren wurde mir erst nach und nach klar, welches Leben dieses Auto schon hinter sich hatte.

1984 sollte es wieder in den Urlaub gehen. Der Matador war zur großen Inspektion bei der früheren Tempo-Vertretung, inzwischen Mercedes-Benz. Dort wurden sogar Antriebswellen und Traggelenke erneuert – Teile, die sich später als besonders schwer zu beschaffen herausstellen sollten. Der Wagen wurde vollgetankt und für die Abfahrt am nächsten Tag in die Garage gestellt. Doch beim erneuten Losfahren gab es einen gewaltigen Schlag: Schaltgehäuse und Schaltstange für den ersten und zweiten Gang waren gebrochen.

Die Werkstatt erklärte den damals 32 Jahre alten Matador für irreparabel. Ersatzteile oder ein Austauschgetriebe seien nicht mehr zu bekommen. Nach nur zwei Tagen wurde er wieder abgemeldet. Das war sein Todesurteil – jedenfalls aus damaliger Sicht.

Er wurde noch 1984 an Bernd Flucht verkauft, gelangte weiter zu Konrad Jesdinsky und schließlich zu dessen Freund Maximilian Riesenhuber, der zum Studium nach Marburg kam und in Wetter wohnte. Ausgerechnet in dem Haus, in dem ich 1996 meine erste Wohnung mietete. Mehrere Eigentümerwechsel, aber keine weitere Zeit als fahrendes Urlaubsauto: Ich bin letztlich erst der dritte, der den Matador tatsächlich wieder als eigenes Fahrzeug nutzte.

Auf dem Foto von 1984 steht der alte Matador auf dem Anhänger hinter Bernds Mercedes L 207. Das ist ein kleines Familienbild der Fahrzeuggeschichte: Die Tempo-Matador-Baureihe entwickelte sich ab 1949 über mehrere Generationen und wechselnde Hersteller bis zu ihrer letzten, von Mercedes-Benz modernisierten Ausführung, die noch bis 1978 verkauft wurde. Die beiden rot-weißen Fahrzeuge wirken darauf fast wie Verwandte. Die technische Geschichte dieser bemerkenswerten Entwicklung gehört auf Tempo-Dienst. Mich bewegt hier vor allem, dass der ältere der beiden trotz seines vermeintlichen Endes noch lange nicht fertig war.

Ein Haufen Teile statt eines Ro 80

Max, der Student aus unserem Haus, mit dem ich schnell befreundet war, lieh sich meine Zeitschriften. Er besaß einen Tempo Matador, den er zum Motorradtransporter umbauen wollte. Irgendwann sagte er: „Du willst einen Oldtimer? Was du da ankreuzt, ist doch alles Schrott. Ich habe einen. Den kannst du haben.“

Was er mir zeigte, war kein fahrbereites Auto, sondern ein vollständig zerlegter Matador: Teile in Kartons, ein defektes Getriebe und ein VW-Motor. Ich kannte weder die Marke noch das Modell. Trotzdem wirkte das Ganze auf mich machbar. Einen Käfermotor bekam man damals beinahe an jeder Straßenecke. Und für das Getriebe gab es schließlich Onkel Kurt, der im VW-Getriebewerk in Baunatal arbeitete.

Noch am selben Abend wühlte ich mich durch rund zehn Jahre gesammelte Oldtimerzeitschriften, um herauszufinden, was so ein Matador eigentlich kosten durfte. Ich fand keine einzige vergleichbare Anzeige. Heute weiß ich: Spätestens da hätten alle Warnlampen angehen müssen. Damals wunderte ich mich nicht einmal.

Ich kaufte ihn. Zum selben Preis, der auf dem alten Kaufvertrag stand, den ich glücklicherweise mitbekam. Dieses Stück Papier sollte später helfen, die Geschichte des Autos nachzuvollziehen.

„Welchen Matador hast du gekauft?“

Es fehlten unter anderem die Scheinwerfer. Also gab ich eine Suchanzeige in einer Oldtimerzeitschrift auf. Daraufhin meldete sich Norbert aus dem Raum Kiel, der über die Jahre ein guter Freund wurde. Er wollte wissen, welchen Matador ich gekauft hätte. „VW Matador, so ein Bus“, erklärte ich. Aber das meinte er nicht. Er wollte den Vorbesitzer wissen.

Ich nannte ihm Max Riesenhuber. Den kannte er nicht. Was war denn das für einer, dachte ich, der offenbar sämtliche Gebrauchtwagenverkäufer in Deutschland kennen wollte? Dann fiel mir der Kaufvertrag ein: Konrad Jesdinski hatte den Wagen an Max verkauft.

Plötzlich wusste Norbert Bescheid: „Ach, Connys Matador!“ Er erinnerte sich an die auffällige bunte Lackierung, den Camper, den Italienbezug – und an das kaputte Getriebe. Mir kam das alles noch immer reichlich merkwürdig vor. Erst später begriff ich: Norbert wollte gar nicht irgendeinen Verkäufer identifizieren. Er kannte die wenigen noch erhaltenen Hebmüller-Matador und wollte wissen, welcher von ihnen nun bei mir gelandet war.

„Oh Gott, der hat ja gar keinen Fußboden drin!“

Dann begann der Wiederaufbau. Ich hatte keine Kfz-Ausbildung, keinerlei Unterlagen und vor mir Kartons voller Teile. Alles musste ich mir selbst erschließen: Was gehört wohin? Wie wird es befestigt? Was fehlt überhaupt? Nach und nach wurde aus den Einzelteilen wieder ein Auto.

Als ich meiner Tante Ilona den frisch lackierten Matador nach Monaten voller Stolz zeigte, war ihre Reaktion ernüchternd: „Oh Gott, das hat ja gar keinen Fußboden drin!“ Ich sah meinen Fortschritt. Sie sah die riesige Baustelle – und die Gefahr, dass ich mich finanziell und technisch völlig übernommen hatte. Rückblickend hatte sie damit vollkommen recht.

Dass es trotzdem gelang, verdanke ich ganz wesentlich meinem Onkel Kurt. Er kümmerte sich um den schwerwiegenden Getriebeschaden. Mit Unterstützung der Lehrlingsabteilung des VW-Werks Baunatal wurde das Schaltgehäuse geschweißt und die Schaltstange exakt nach dem Original nachgebaut. Dazu mussten die Lehrlinge verschiedene Techniken zum Schweißen von Guss anwenden sowie Beschaffenheit, Materialgüte und unterschiedliche Härtungsgrade bestimmen – für ein Getriebe, zu dem es im VW-Werk keinerlei Unterlagen gab. Glücklicherweise hatte Onkel Kurt die hilfreichen Kontakte zu den Fachabteilungen im Werk. Ohne ihn wäre aus meinem großen Abenteuer sehr wahrscheinlich kein fahrendes Auto geworden.

Zwei Kilometer Test. Dann hundert Kilometer Autobahn und Landstraße.

Im Mai 1997 war der Matador nach etwa einem Jahr Arbeit wieder zusammengebaut. Vor der ersten großen Fahrt hatte ich ihn gerade einmal ungefähr zwei Kilometer rund um die Schreinerei bewegt. Mehr praktische Erprobung gab es nicht.

Uli Arabin, Käfer-Kenner und Freund aus der Feuerwehr Wetter, nahm es gelassen: „Das ist ein Käfermotor, der läuft. Was soll passieren?“

Unser Freund Norbert Lektzke wollte zu einem Jeep-Treffen nach Bad Hersfeld. Und wir hatten festgestellt: Im geräumigen Matador konnte man prima schlafen, ganz ohne Zelt. Also fuhren wir los. Rund 100 Kilometer hin und am nächsten Tag wieder zurück – in einem Fahrzeug, das ich als Bankkaufmann-Lehrling gerade erst aus Einzelteilen aufgebaut hatte, noch vor einer gründlichen technischen Prüfung durch ausgebildete Fachleute.

Das Foto von dieser Fahrt zeigt mich mit 24 Jahren am Matador, Uli daneben und Norberts Jeep. Norbert machte die Aufnahme. Da lagen die ersten rund 100 Kilometer bereits hinter uns. Alles hatte gehalten.

Heute wird mir bei dem Gedanken etwas anders. Ein einziges unbemerkt defektes oder falsch montiertes Teil hätte erhebliche Folgen haben können. Dass die Fahrt gutging, war keine Bestätigung dafür, dass die Entscheidung vernünftig war. Ich hatte offenbar sorgfältig gearbeitet – und großes Glück gehabt.

Ohne Anleitung – und trotzdem auf die Straße

Was ich damals nicht hatte, waren Unterlagen über dieses Auto. Keine Reparaturanleitung, keine Zeichnungen, keine Anleitung, nach der man die Kartons hätte sortieren können. Ich fand schlicht nichts darüber. Und jemanden fragen? Auch Fachleute kannten diese alte Konstruktion nicht. Also musste ich selbst herausfinden, wie die Dinge zusammengehören. Dass ich mir als Bankkaufmann-Lehrling autodidaktisch beibrachte, wie man ein ganzes Auto wieder aufbaut, erscheint mir heute ziemlich wahnsinnig.

Ohne Onkel Kurts Hilfe beim Getriebe wäre das vermutlich schiefgegangen. Alles andere war eine Mischung aus sorgfältigem Ausprobieren, Hartnäckigkeit und einer Unbekümmertheit, die ich heute nicht mehr hätte. Kurz nach der Probefahrt bestand der Matador tatsächlich mit nur verhältnismäßig kleinen Nachbesserungsauflagen die technische Prüfung und durfte wieder ganz offiziell auf die Straße. Am 15. August 1997 wurde er zugelassen.

Es war Fluch und Segen zugleich. Der Fluch war, dass ich mir damals ohne technische Unterlagen und ohne fachkundige Hilfe selbst beibringen musste, wie dieses Auto aufgebaut ist und funktioniert. Selbst ausgebildete Fachleute konnten mir nicht weiterhelfen, weil sie die Konstruktion schlicht nicht kannten.

Der Segen ist, dass ich mir dadurch ein Wissen erarbeitet habe, das mir bis heute hilft. Wenn eine Fachwerkstatt vor einem Problem steht, kann ich oft erklären, wie die ungewöhnliche Konstruktion funktioniert und wo die Lösung zu suchen ist. Die Fachleute wissen dann, wie sie mit ihrem handwerklichen Können weiterkommen. Ohne diese anfängliche Hilflosigkeit hätte ich mir dieses Wissen vermutlich nie angeeignet.

1998: Zurück an den Anfang

Historischer Bericht über die Rückkehr des Tempo Matador ins Hamburger Werk 1998
1998: Bei einer der ersten längeren Reisen, auf dem Weg nach Fehmarn, besuchten wir mit dem Matador das Hamburger Werk, in dem er 46 Jahre zuvor konstruiert worden war. Die Werkszeitung berichtete darüber.

Ein Jahr nach der Wiederzulassung ging es auf eine der ersten längeren Fahrten Richtung Fehmarn. Dabei zeigte ich den Matador auch im Hamburger Werk, wo seine Geschichte begonnen hatte. Nach 46 Jahren stand er wieder an seiner Geburtsstätte – nicht als vergessenes Wrack, sondern aus eigener Kraft auf den Rädern.

Zeitungsbericht der Landeszeitung für die Lüneburger Heide vom 29. und 30. August 1998 über den Tempo Matador
29./30. August 1998: Die Landeszeitung für die Lüneburger Heide berichtet über unsere Fahrt. Mein Onkel Erich hatte die Besonderheit des Wagens sofort erkannt und den Lokalreporter darauf aufmerksam gemacht.

Dass diese Fahrt sogar in der Zeitung landete, verdanke ich meinem Onkel Erich. Er erkannte sofort, wie ungewöhnlich dieses Auto war, und informierte den Lokalreporter. So bekam der Matador noch einmal seine eigene kleine Geschichte in der Zeitung.

2026 sind seit dem angeblich endgültigen Aus von 1984 schon 42 Jahre vergangen. Der Matador lebt noch immer. Und ich hoffe sehr, dass er auch die kommenden Jahrzehnte erlebt.

Ein Wiedersehen nach siebzig Jahren

Der hellblau-weiße Tempo Matador heute zu Hause
Mein Matador heute: hellblau-weiß, mit klaren Scheiben und seit Jahrzehnten in ziviler Nutzung.
Historischer BGS-Krankenwagen im ursprünglichen Erscheinungsbild
Ein BGS-Krankenwagen in seinem damaligen Erscheinungsbild. Umso erstaunlicher, dass der frühere Fahrer in Baunatal meinen heute ganz anders aussehenden Matador sofort als diesen Typ erkannte.

Bei Begegnungen mit Fremden weckt der Matador fast immer sofort Sympathien. Menschen lächeln, bleiben stehen und sprechen mich an. Ende der 1990er-Jahre traf ich dabei noch gelegentlich auf Leute, die den Fahrzeugtyp selbst aus ihrem früheren Leben kannten. Solche Begegnungen sind mit den Jahren sehr selten geworden.

Vor ungefähr fünf Jahren stand ich auf dem Parkdeck des Ratio-Einkaufszentrums in Baunatal, als ein sehr alter Herr auf mich zukam. „Wo haben Sie den BGS-Krankenwagen her? Den habe ich an der Zonengrenze in Bad Hersfeld anfangs gefahren. Den habe ich lange nicht mehr gesehen“, sagte er sinngemäß.

Das war in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Er hatte den seltenen Krankenwagentyp sofort erkannt – nicht genau mein Fahrzeug, aber den Typ, den er selbst einmal gefahren hatte, ungefähr siebzig Jahre zuvor. Und er erinnerte sich an dessen Einsatz beim Bundesgrenzschutz an der damaligen innerdeutschen Grenze bei Bad Hersfeld.

Ausgerechnet Bad Hersfeld! Dorthin hatte mich 1997 die erste große Fahrt nach dem Zusammenbau geführt. Ohne es zu wissen, war ich mit dem alten Matador also in eine Gegend zurückgefahren, in der solche Krankenwagen früher im Einsatz gewesen waren. Fast so, als hätte ich den Opa nach einer sehr langen Reha wieder nach Hause gebracht.

Ein Auto, das blieb

Erst später verstand ich, wie selten mein Matador wirklich ist. Während von den Standardausführungen nach meiner Kenntnis noch rund hundert existieren, sind mir aus etwa drei Jahrzehnten sechs erhaltene Hebmüller-Ausführungen bekannt: vier ehemalige Fahrzeuge des Bundesgrenzschutzes, ein zivil genutzter Kastenwagen und ein Omnibus. Den Omnibus hatte der BGS nie beschafft. Diese Zahl beschreibt meinen Kenntnisstand, keine vollständige amtliche Bestandsaufnahme. Hätte ich das und die Ersatzteillage damals verstanden, hätte ich ihn vermutlich niemals gekauft.

Über die Jahre habe ich deshalb festgehalten, wo sich Teile finden lassen, welche Lösungen funktionieren und was nachgefertigt werden kann. Die technischen Einzelheiten gehören zum Tempo-Dienst. Hier geht es um etwas anderes: um einen jungen Menschen, der nicht wusste, worauf er sich einließ, und um Menschen, die ihm halfen, das Unmögliche doch zu schaffen.

Der Matador fährt noch heute. Er begleitet mich inzwischen länger als fast alle Menschen meines heutigen Familienalltags. Er ist selbst Teil der Familie geworden. Bei jeder Wohnungssuche und später bei den Hausbauplänen stand deshalb eine Frage zuerst: Wo kommt der Matador unter? Die Garage wurde geplant, bevor es mit dem Haus richtig ernst wurde.

Philipp Jakob und Onkel Peter beim Mauern der Garage
Beim Bau der Garage: mein Freund Philipp Jakob von der Feuerwehr Baunatal und mein Onkel Peter.

Ohne die tatkräftige Unterstützung meines Onkels Peter wäre der Bau der Garage in dieser Form kaum möglich gewesen. Als ehemaliger Polier brachte er genau die Erfahrung mit, die uns fehlte. Eigentlich hatten wir vorgesehen, dass er die Maurerarbeiten fachlich begleitet, uns anleitet und ansonsten zuschaut.

Doch daraus wurde nichts. Peter freute sich sichtlich darüber, noch einmal selbst mauern zu können. Kaum hatten wir angefangen, stand er schon mitten in der Arbeit und hatte die Maurerkelle in der Hand. Und die ließ er sich auch nicht mehr abnehmen. Aus dem geplanten Berater wurde kurzerhand einer der tatkräftigsten Helfer.

Meine Freunde sagen scherzhaft: „Dem Stephan seine Garage ist das beste und komfortabelste Zimmer in seinem ganzen Haus.“

Vielleicht hat sich der Matador damals tatsächlich selbst seinen nächsten Besitzer ausgesucht. Beim Studenten wäre aus ihm womöglich nie wieder ein fahrendes Auto geworden. Bei mir durfte seine Geschichte weitergehen. Und hoffentlich tut sie das noch viele Jahrzehnte.

Manchmal denke ich: Hätte ich damals gewusst, was ich da kaufe, hätte ich es mit gesundem Menschenverstand niemals tun dürfen. Zum Glück wusste ich es nicht. Und mein heutiges Ich konnte ich 1996 ja noch nicht anrufen, um nach einer Lösung oder Ersatzteilen zu fragen.