Wetter im Zweiten Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg veränderte Wetter durch Einberufungen, Mangel, Luftschutz, Gefallene und Vermisste, Verwundete und zivile Opfer. Der Luftangriff vom 1. Januar 1945 ist das am ausführlichsten dokumentierte Einzelereignis.
Krieg im Alltag
Die örtlichen Themenlisten nennen 1942 Brände am Markt und ein neues Feuerwehrfahrzeug sowie 1943 die Luftschutz-Feuerwehrbereitschaft und einen Wetteraner Löscheinsatz in Kassel. Solche Hinweise zeigen, wie Luftkrieg und Katastrophenschutz in den Alltag eingriffen. Hinzu kamen Rationierung, Arbeitskräftemangel, Nachrichten von der Front und die Unterbringung auswärtiger Menschen.
Der Luftangriff am 1. Januar 1945
Georg Brössels Dokumentation Der amerikanische Luftangriff auf die Stadt Wetter am 1. Januar 1945 verbindet Schulchronik und Erinnerungsberichte. Nach der dort wiedergegebenen Chronik fielen gegen 13:20 Uhr 48 Sprengbomben. Die Untersuchung nennt 15 Todesopfer: 14 Menschen aus Wetter und eine Besucherin aus Wollmar. Gebäude und Straßen im Stadtkern wurden schwer getroffen; Verletzte wurden unter anderem in der Klosterbergschule versorgt.
Die Dokumentation weist darauf hin, dass dies weder der erste noch der letzte Luftangriff auf Wetter war. Der 1. Januar 1945 ist jedoch besonders ausführlich überliefert und zeigt, dass der Luftkrieg die kleine Stadt längst unmittelbar erreicht hatte.
Gefallene und Vermisste
Eine überprüfte Gesamtzahl der gefallenen oder vermissten Soldaten aus Wetter ist online derzeit nicht belegt. Sie wird deshalb nicht geschätzt. Eine belastbare Gesamtzahl ergibt sich nur aus namentlich belegten Einzelfällen. Zivile Tote, Soldaten, Vermisste, Gefangene und später an Kriegsfolgen Verstorbene sind dabei unterschiedliche Gruppen und dürfen nicht zu einer scheinbar eindeutigen Zahl vermischt werden.
Bevölkerung und Kriegsfolgen
Einwohnerzahlen allein erklären die Entwicklung nicht: Einberufene konnten melderechtlich weiter gezählt sein, Evakuierte und Flüchtlinge veränderten die örtliche Belegung, Todesfälle und Rückkehr erfolgten zeitversetzt. Nach Kriegsende kam die Aufnahme neuer Einwohner hinzu. Ein bloßer Vergleich zweier Einwohnerzahlen würde diese Bewegungen eher verdecken als erklären.