Abi ‘92
1992 machte ich an der Elisabethschule Marburg Abitur. Dreißig Jahre später standen wir wieder dort – älter, mit völlig unterschiedlichen Lebenswegen, aber für ein paar Stunden wieder an dem Ort, an dem vieles davon begonnen hatte. Die Fotos auf dieser Seite verbinden beide Zeitpunkte.
1992: Zwischen Schulalltag und Aufbruch
Die Bilder vom Abi ’92 zeigen weniger eine offizielle Chronik als die Atmosphäre dieser Tage. Schülerinnen und Schüler stehen vor dem Schulgebäude, gehen über das Gelände, sitzen zusammen oder begegnen sich zwischen den Feierlichkeiten. Auf manchen Fotos tragen wir die weißen Oberteile mit der großen „92“, auf anderen einfach das, was damals Alltag war.
Gerade die beiläufigen Aufnahmen sind heute interessant. Damals waren es Momentaufnahmen eines Abschlusses. Heute zeigen sie zugleich Kleidung, Schulgelände, Freundschaften und eine Lebensphase, in der für uns alle etwas zu Ende ging und etwas Neues begann.
Bilder von Abi ’92





















Nicht jede Aufnahme lässt sich heute einem exakten Tag oder einer bestimmten Feier zuordnen. Deshalb bleiben die Bildbeschreibungen bewusst zurückhaltend. Wo Namen, Situationen oder Daten später sicher geklärt werden, kann die Bilderchronik weiter wachsen, ohne Erinnerung und Vermutung miteinander zu vermischen.
8. Oktober 2022: zurück in der Elisabethschule
Dreißig Jahre nach dem Abitur trafen wir uns am 8. Oktober 2022 wieder in der Elisabethschule. Es war nicht unser erstes Klassentreffen und soll auch nicht das letzte gewesen sein. Gerade der Ort machte dieses Wiedersehen besonders: Wir trafen uns nicht irgendwo in Marburg, sondern wieder in den Räumen unserer früheren Schule.
Zwischen den Aufnahmen von 1992 und den neuen Gruppenbildern liegen drei Jahrzehnte. Die alten Fotos zeigen uns unmittelbar vor dem Aufbruch; die neuen zeigen dieselben Lebenswege aus großer zeitlicher Entfernung wieder an einem gemeinsamen Ausgangspunkt.


So ist diese Seite weniger ein vollständiges Klassenalbum als eine Zeitbrücke: 1992 hielten die Fotos einen Abschied fest. 2022 dokumentierten sie ein Wiedersehen.
Bussing’s – eine Schülerzeitung und ein späteres Wiedersehen
Schon während meiner Schulzeit hatten wir eine eigene, inoffizielle Schülerzeitung: „Bussing’s“. Das Layout und den Druck übernahm ich damals mit dem Programm Newsmaker auf dem PC. Die Ausgaben speicherte ich auf 5¼-Zoll-Disketten – und war mir sicher, damit für die Zukunft bestens vorgesorgt zu haben.
Als wir uns 2002 zum zehnjährigen Abiturtreffen wieder als Jahrgang trafen, kündigte ich entsprechend selbstbewusst an, ich hätte die Zeitungen natürlich noch gesichert. Ich müsse die Dateien nur in meiner Firma öffnen und alles neu ausdrucken. Tatsächlich funktionierten Diskette und Laufwerk noch: Ich konnte die Daten lesen und kopieren. Nur anfangen konnte ich damit nichts mehr. Das proprietäre Dateiformat von Newsmaker ließ sich mit der inzwischen verfügbaren Software nicht mehr öffnen.
Meine groß angekündigte technische Rettungsaktion endete also ziemlich kleinlaut. Und dann kam Stephanie – grinsend, mit einem Leitz-Schnellhefter – und legte die gesammelten, gedruckten Ausgaben einfach auf den Tisch. Während ich meine digitalen Dateien nicht mehr ausdrucken konnte, hatte sie die Schülerzeitung ganz selbstverständlich über die Jahre auf Papier bewahrt. 😉
Eine Lektion über Datensicherung, die ich seitdem nicht vergessen habe: Eine Datei aufzubewahren bedeutet noch lange nicht, dass man sie Jahrzehnte später auch lesen kann. Manchmal ist der gute alte Ausdruck das langlebigere Archiv. Die Geschichte unserer Schülerzeitung und der Jahrgangstreffen wird hier später noch ausführlicher ihren Platz finden. Und weil ich offenbar nicht nur bei Disketten zu den Menschen gehöre, die Dinge für die Nachwelt aufheben, habe ich auch unseren Abi-Pullover und das T-Shirt von 1992 all die Jahre gehütet wie einen Schatz. Den Pullover kann man auf einigen der Bilder hier noch sehen. Beide Kleidungsstücke wurden ausschließlich schonend von Hand gewaschen – was in den fast 25 Jahren ohnehin nur zwei- oder dreimal nötig war. Trotzdem muss in der Zwischenzeit irgendetwas Merkwürdiges mit der Baumwolle passiert sein. Denn genauso wenig, wie die alten Newsmaker-Dateien mit modernen PCs kompatibel sind, ist offenbar die Kleidung von Stephan ’92 mit Stephan ’26 kompatibel. 😉